Subjektive Hörberichte und Hörvergleiche von HiFi-Enthusiasten
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Vergleichstest: Mutec MC3+ USB vs. RME Fireface UC

Hallo Freunde des digitalen Hörens,

motiviert durch Robert und Ody, einmal einen Mutec MC3+USB in meine Digitalkette einzuschleifen, hatte mich schließlich zu dem Entschluss geführt, dieses dann auch mal zu probieren. Die eigene Neugier ob der vielen positiven Berichte über den MC3 wollte natürlich auch befriedigt werden, und so kam es, dass ich für mehrere Tage einen Mutec MC3+USB in meinem Hörzimmer hatte.

Robert hatte bereits in einem Hörbericht über seine Wahrnehmungen hier berichtet. 
https://www.hoerberichte.de/mutec-mc3usb

Allerdings sieht die Kette von Robert ganz anders aus als bei mir. Bei Robert ging es darum, einmal mit und einmal ohne MC3 zu hören. Bei mir ging es darum, entweder mit dem MC3 oder mit dem RME Fireface UC zu hören. Ohne MC3 oder ohne Fireface kommt bei mir kein Ton aus den Lautsprechern. Bei Robert ist der MC3 optional.

Beide Geräte haben in meiner Kette die Aufgabe, den Datenstream via USB zu empfangen, mit einer hochpräzisen Clock neu zu takten, in einen AES/EBU-kompatiblen Datenstrom zu konvertieren und zu meiner Lautsprecherelektronik weiterzuleiten. Beide Geräte versprechen, Jitter so weit zu eliminieren, dass er für Audiozwecke keine Rolle mehr spielt. Getestet wurden also zwei Varianten gegeneinander:

  1. Laptop mit JRiver >>> RME Fireface UC >>> Four Audio PPA 2200-3-AC
  2. Laptop mit JRiver >>> Mutec MC3+USB >>> Four Audio PPA 2200-3-AC

Wie man sieht, ist meine Kette sehr schlank und bruchlos digital. Die DA-Wandlung findet erst ganz am Ende im PPA statt

Doch stellen wir beide Geräte erst einmal kurz vor:

RME Fireface UC:

Die Firma RME, gegründet von Matthias Carstens, ist seit über 20 Jahren mit einer immer größer werdenden Produktpalette am Markt.

https://www.rme-audio.de/Produkte.html

Wie man an den Funktionalitäten und dem Design der meisten Geräte erkennt, sind diese eher etwas für Tonstudios und Recording. Aber auch in manchen Kreisen der Hifiwelt haben sich die Qualität und der Preis herumgesprochen. Das Fireface UC ist so etwas wie das Brot- und Buttergerät der Firma und findet sich als Interface auch in vielen privaten Audioketten, obwohl es viel mehr kann. Die Steadyclock reduziert den Jitter, egal wie verschmutzt das Signal hereinkommt, auf unter 2 Nanosekunden. Ein kompletter AD/DA-Wandler ist ebenso an Bord wie zwei Mikrofoneingänge mit 48 Volt Speisung. Totalmix mit präziser Lautstärkeregelung, Digicheck und ein Settingmenü runden das Bild für den privaten User ab. Für den Tonschaffenden gibt es noch eine Reihe weiterer Optionen.

https://www.rme-audio.de/de_fireface-uc.html

Mutec MC3+USB:

Mutec mit ihrem Chef Christian Peters ist auch schon einige Jahre am Markt präsent und verfügt ebenfalls über eine beachtliche, wenn auch nicht ganz so große Produktpalette. 
https://www.mutec-net.com/produkte.php

Der MC3 verfügt über eine präzise Referenzclock mit allen gängigen Taktraten und konvertiert natürlich in ein reinrassiges AES/EBU-Signal. Einen Lautstärkeregler, einen Mikrofoneingang, einen DA-Wandler etc. sucht man allerdings vergeblich. Die Funktionsvielfalt eines Fireface UC hat der MC3 nicht annähernd.

Aber was soll es, wenn es in diesem Test ausschließlich um die klanglichen Eigenschaften geht. Womit wir dann auch zum Hörtest kommen.

Hörtest:

Vorauszuschicken ist, dass man bei einem vergleichenden Hörtest peinlich genau auf exakte Lautstärkegleichheit achten muss. Schon 1-2 dB Unterschied führen zu irreführenden Wahrnehmungen und der Test ist unbrauchbar. Also kam es zunächst darauf an, exakt gleiche Hörlautstärken zu gewährleisten. Das war gar nicht so einfach, denn der Mutec verfügt über keinen Lautstärkeregler und muss über die Windowslautstärkeregelung geregelt werden. Nicht weiter schlimm, denn mit dem Mutec-ASIO-Treiber ist das verlustfrei möglich. Auch das Fireface verfügt natürlich über einen eigenen ASIO-Treiber. Mit Hilfe von Samplitude Pro und Digicheck wurde nun die Windows Lautstärkeskala von 0 – 100% mit den dB-Werten des Fireface abgeglichen. Da man die Lautstärke beim Fireface im Totalmix auf 1/10 dB genau regeln kann, war die Lautstärkeidentität nun kein Problem mehr.

Erwartungsvoll setzte ich mich in meinen Hörsessel und spielte meine Teststücke, die ich im Detail kenne. Immer wechselseitig durch Umstecken und Anwählen des passenden ASIO-Treibers. Am Ende der ersten Testsession machte ich ein langes Gesicht. Nichts, auch nicht den geringsten Unterschied hatte ich ausmachen können. Aber man soll ja nicht gleich aufgeben und man hört auch nicht jeden Tag gleich oder gleich gut. Es folgten also auf zwei weiteren aufeinanderfolgenden Tagen zwei weitere akribische Hörsessions…mit gleichem Ergebnis.

Nun muss ich gestehen, dass ich kein Jean-Baptiste Grenouille des Klanges bin, wie es ihn in manchen Foren ja sogar mehrfach zu geben scheint. Lediglich einige Jahrzehnte Hörerfahrung haben mich zu meinem derzeitigen Hörvermögen gebracht. Es mag sein, dass Klang-Grenouille’s hier Unterschiede hören, ich jedenfalls konnte das nicht.

Ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen, das Fireface und den MC3 in Serie zu schalten, erst das Fireface, dann der Mutec und von dort dann in das PPA. Man kann ja über wahre Klangexplosionen lesen, die sich ereignen sollen, wenn man gar 4 Mutecs stackt. Aber auch hier stellte sich kein anderes Ergebnis ein. Es wurde nicht besser, nicht schlechter, es änderte sich rein gar nichts.

Fazit:

Klanglich spielen beide Geräte in meiner Kette auf identisch hohem Niveau. In anderen Testumgebungen mag das anders aussehen. Diese habe ich aber nicht getestet. Lediglich Fireface gegen MC3 in ansonsten identischer Umgebung. 
Preislich liegen sie zum Testzeitpunkt mit einem UVP von 1049 € (Thomann) ebenfalls gleich. Allerdings bietet Thomann das Fireface z.Z. ca. 150 € günstiger an. So gesehen war das klanglich ein totes Rennen ohne Sieger, selbst das Zielfoto half hier nicht weiter.
Bedenkt man jedoch die Unterschiede in Funktionalität und Ausstattung, so heißt der Gesamtsieger klar und eindeutig RME Fireface UC.

Viele Grüße
Andreas

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