Subjektive Hörberichte und Hörvergleiche von HiFi-Enthusiasten
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Mutec MC3+ USB

Mutec MC3+ USB

Nachdem ich im letzten Monat die Verbesserung meiner Analog-Kette vorgenommen habe, wollte ich diesen Monat bei meiner digitalen Kette testen was noch möglich ist. Nachdem ich im letzten Jahr bereits mit dem aqua La Scala MKII Optologic DAC einen ordentlichen Sprung nach vorne gemacht habe, widme ich mich nun noch weiter dem Quellsignal. Als Quelle fungiert noch immer mein Auralic Aries Mini mit Linearnetzteil. In der Zwischenzeit habe ich unterschiedliche Streamer verschiedener Klassen getestet, hier stand für mich aber häufig der klangliche Zugewinn in keinem Verhältnis zum aufgerufenen Preis.

Mit dem Mutec MC3+ USB habe ich bereits im letzten Jahr eine kurze Begegnung gehabt, als Odysseas und ich im Dezember unterschiedliche analoge Vorstufen verglichen haben. Bevor die damalige Kaufentscheidung gefallen ist, hatten wir damals auch die direkte digitale Zuspielung der aktivierten Achenbach Tricolore getestet. Neben dem AES/EBU Verteiler hatten wir damals auch einen Mutec MC3+ USB hier, den wir allerdings nur kurz getestet haben. 

Neben der Möglichkeit des Mutec als Formatkonverter und Master Clock zu agieren, bietet der Mutec aber das besagte Re-Clocking des Audio-Signals, die bei mir im Fokus der Betrachtung steht. Via galvanisch getrenntem USB gefüttert, erfolgt das hochfrequente Abtasten des Audiosignals und im Anschluss das Zusammenfügen von Audiodaten und dem von Mutec mit Hilfe der eigenen 1G-Clock generierten Ultra-Low-Jitter-Taktsignal. Das so aufbereitete Signal läuft dann bei mir via AES/EBU in meinen La Scala MKII Optologic DAC.

Wie wurde getestet?

Ich habe die letzten zwei Abende recht intensiv meine aktuellen bzw. all-time Lieblingsalben angespielt: 
Ry X – Dawn
Ryan Adams – Live at Carnegie Hall
Eva Cassidy – Nightbird
Jocelyn B. Smith – Live in Berlin
Anette Askvik – Liberty
Glen Hansard – Between Two Shores
Lambchop – Is a Woman
Alice in Chains – Unplugged
Bon Iver – Bon Iver
Bon Iver – For Emma, Forever Ago
Lorde – Pure Heroine
Norah Jones – Feels Like Home
Toto – Tambu
Angus & Julia Stone – Angus & Julia Stone
Angus & Julia Stone – Down The Way

Da durch die aktuelle Situation soziale Kontakte ja leider nur sehr eingeschränkt stattfinden können, habe ich die Vergleiche leider alleine durchführen müssen. Es konnte daher kein Blindtest durchgeführt werden, den ich mit Odysseas sonst eigentlich immer mache. Ich habe jeweils ein paar Songs gehört, dann noch mal einzelne Passagen wiederholt, den Mutec aus der Kette oder in die Kette geholt und dann erneut mit dem Hören der Passagen begonnen und dann die kompletten Songs gehört.

Es wurden also folgende zwei Setups gehört:
1. Auralic Aries Mini mit Linear PSU -> (USB) -> aqua La Scala MKII Optologic -> (XLR) -> NAT Magentic -> (XLR) -> aktivierte Tricolore
2. Auralic Aries Mini mit Linear PSU -> (USB) -> Mutec MC-3+ USB -> (AES/EBU) -> aqua La Scala MKII Optologic -> (XLR) -> NAT Magentic -> (XLR) -> aktivierte Tricolore

Wenn man das gehörte beschreibt, dann führt das häufig unweigerlich dazu das man gewisse Eindrücke etwas überzeichnet um den Effekt zu verdeutlichen. Um das gehörte etwas in Relation zu setzen daher folgende Bemerkungen vorab:

  1. Es handelt sich wie immer um meine subjektiven Eindrücke – andere mögen mehr oder weniger hören
  2. Um die Größenordnung der Veränderung einschätzen zu können: Die gehörten Veränderungen waren größer als durch den Wechsel von Streamern (Auralic Aries G1, Apple Mac mini, aqua LinQ) aber kleiner als bei unterschiedlichen Vorstufen (NAT Magnetic,Aesthetix Calypso Signature, KR Audio P135) – ungefähr so wie bei Phono Vorstufen
  3. Mit oder ohne Mutec spielt meine Kette für mich auf wahnsinnig hohem Niveau – besser habe ich bei mir bisher noch nicht gehört – es wird also in keiner Kombination plötzlich ungenießbar und trotzdem ist es eben spannend zu hören, dass es doch noch mal einen Tick besser geht

Wie klingt es?

Der Mutec bringt die digitale Kette gefühlt etwas näher in Richtung meiner analogen. Die Bühne ist größer (sowohl breiter als auch tiefer) und der Klang flutet den Raum noch organischer. Es klingt unglaublich natürlich und man taucht noch tiefer in die Atmosphäre ein. An zwei Abenden bin ich beim entspannten Hören mit geschlossenen Augen zum Ende hin eingeschlafen – so entspannend wirkten die Klangwelten gerade bei Bon Iver & Ry X auf mich. Das Interessante daran: Mit dem Mutec werden einzelne Details noch besser herausgearbeitet (Anette Askvik – Liberty) – diese lassen sich noch selbstverständlicher nachvollziehen und lokalisieren. Es fällt irgendwie leichter der Melodie zu folgen und gleichzeitig werden Stimmen noch differenzierter herausgearbeitet. 

Diese Differenzierung verbreitert bei mir auch den Fokusbereich zwischen den Lautsprechern. Bei Alice in Chains wird der Raum zwischen Instrumenten bzw. Musikern etwas entzerrt und deren Darstellung erfolgt jeweils noch realistischer. Für die Optiker unter uns: Es ist wie bei einem Seetest mit Kreisen die jeweils zu einer Seite hin geöffnet sind. Die Kreise sind immer zu sehen – mit dem Mutec in der Kette lässt sich auch die Öffnung des Kreises selbstverständlicher erkennen.

Interessanterweise führt dieser Effekt bei einigen Songs auch dazu, dass der Dynamikbereich anders erlebt wird. Einfacher Vergleich: Wie im “Loudness War” vergleich man zwei Aufnahmen mit unterschiedlichem Dynamic Range (DR). Die Aufnahme mit geringem Dynamic Range spielt bei einer Tonfolge mit 4 Tönen alle Töne erstmal mit gleicher Intensität. Die Aufnahme mit der höheren DR differenziert hier stärker und aus den vorher 4 intensiven Anschlägen werden nun 2 intensive und 2 abgeschwächte. Das ganze klingt dadurch irgendwie realistischer und natürlicher.

Je nach Aufnahme ist der Effekt mal deutlicher, mal subtiler – der Mutec schafft es in meiner Kette aber definitiv den Klang noch etwas natürlicher und gleichzeitig detaillierter zu machen. Für ca. 1000€ ist man damit wieder einen Schritt weiter in Richtung Perfektion – und damit sollte auch die Zielgruppe grob umrissen sein. Jeder der seinen digitalen Zweig noch etwas weiter ausreizen möchte, sollte sich den mittlerweile recht bekannten Mutec mal genauer ansehen – es gibt mittlerweile ja einige Anbieter, bei denen ein Test möglich ist. Auf der Mutec Webseite wird zudem auch auf die Möglichkeit der Kaskadierung von zwei Geräten hingewiesen – hier werde ich die Tage mal Herrn Peters von Mutec befragen, was es damit auf sich hat. Spannend klingt es allemal!

Gruß Robert

P.S.: Die Weihnachtsbeleuchtung des Mutec lässt sich übrigens mit Tastenkombination deaktivieren und es verbleibt ein leichtes Glimmen der roten Poweranzeige sowie der blauen Hold LED.

Zur Diskussion rund um den Mutec MC3+ USB im Paul’s-Reference Forum

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