Subjektive Hörberichte und Hörvergleiche von HiFi-Enthusiasten
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Aqua La Scala MKII

aqua – La Scala MKII Optologic

Nachdem ich kürzlich das Thema DACs angegangen bin, haben wir heute in aller Ruhe den aqua La Scala MKII optologic mit dem kleineren aqua La Voce sowie einem Topping D70 verglichen. Die aqua DACs sind ja bekanntlich R2R DACs, beim Topping werkelt einer der neuen und super getesteten AKM Chips. Den Topping hatte mein Freund Odysseas nach den hervorragenden Messungen der Audio Science Review für 499€ erstanden und wir waren natürlich sehr gespannt, wie sich der kleine gegen die erheblich teurere Konkurrenz schlagen würde (La Voce ca. 2800€, La Scala ca. 6800€).

Bevor wir zu den Details kommen: Wenn einem der Klang der eigenen Anlage nicht gefällt, sollte man unserer Meinung nach nicht als erstes an den DAC denken. Die größten Verbesserungen habe ich in meinen Räumlichkeiten durch die folgenden Komponenten erzielt (absteigend nach große des Effekts):

1. Raumakustik (Absorber, Möbel, Aufstellung)
2. Lautsprecher
3. Verstärker
4. Da Röhrenverstärker: Vorstufenröhren
5. DAC
6. Streamer

Ich persönlich würde mich mit dem Thema DACs also erst beschäftigen, wenn man mit 1-3 schon zufrieden ist. Wie es beim Thema Hifi immer so ist, sind die ersten 80% Klang erheblich einfacher und günstiger zu erreichen als die letzten 20%. Bei den jeweiligen Komponenten erlangt man an einem Punkt das persönliche Maximum. Natürlich kann ich auch noch etwas beim Thema Raumakustik machen – nur sind diese Änderungen für mich entweder nicht mehr finanziell oder optisch sinnvoll umsetzbar. Ähnliches gilt für mich persönlich beim Thema Lautsprecher und teilweise auch beim Verstärker. Hier bin ich grundsätzlich noch bereit andere Komponenten zu versuchen, jedoch wird die Luft natürlich immer dünner.

Spannend in unserer Hörsession: Die Vorstufenröhren machen beim Unison Research S6 MKII einen recht großen Unterschied. Auch wenn der Grundcharakter erhalten bleibt, so kann man doch den Klang ein wenig in unterschiedliche Richtungen bewegen. Die werksseitig montierten Tung Sol sind recht ausgewogen und klanglich recht rund. Der Bass wirkte manchmal eine Spur zu fett. Die Genelex Gold Lion sind schlanker und etwas spektakulärer, lassen aber beim Bass etwas Punch und Nachdruck vermissen. Die Psvane 12AX7-T-MII/2 hatten mich initial mit unserer alten Couch und dem La Voce DAC irgendwie am wenigsten überzeugt – durch die veränderten Räumlichkeiten und den La Scala konnten sich diese für unsere Ohren aber etwas von den anderen absetzen. Ähnlich ausgewogen wie die Tung Sol aber etwas mehr Glanz, Raum und Spielfreude. S-Laute waren etwas schärfer als bei den Tung Sol aber dadurch auch irgendwie involvierender und anmachender.

Nun aber zu den DACs: Verglichen haben wir ausschließlich am S6 MKII mit den Psvane Vorstufenröhren. Was nach dem Prolog sicher kaum überraschen mag: Die Unterschiede waren relativ gering. Während der Sprung von den analogen Ausgängen am Auralic Aries Mini zum La Voce noch groß war, schmolzen diese zwischen den getesteten DACs dahin. Gut Musik hören konnte man mit jedem der DACs. Beim Thema Preis/Leistung ist also bereits der kleine Topping eine echte Ansage. 

Im Vergleich zum Topping holte der La Voce insbesondere Stimmen noch einen Tick weiter in den Vordergrund und vermittelte bei einigen Stücken eventuell einen Tick mehr Spielfreude. Beim Blindtest konnten wir diese beiden recht gut unterscheiden, aber die Unterschiede waren bei vielen Songs trotzdem nicht weltbewegend. Der La Voce hat uns (korrigiere mich falls ich hier falsch liege Ody) zwar immer einen Tick besser weil emotionaler und selbstverständlicher gefallen. Die größten Unterschiede habe ich persönlich bei Stimmen gehört, die mit dem La Voce eine Ecke natürlicher und greifbarer klangen sowie bei Basspassagen die etwas differenzierter und nachdrücklicher gespielt wurden.

Der Unterschied La Scala MKII optologic/La Voce war für uns geringer als es der Preis vermuten lassen würde. Bei einigen Songs war es recht schwer die beiden wirklich auseinander zu halten. Dann wiederum gab es Songs bei denen es uns erheblich leichter gefallen ist. Gerade dann wenn akustische Instrumente sowie Stimmen im Einsatz waren, wirkte der La Scala noch mal ein Stück glaubhafter und natürlicher. Die Stimmen waren einen Tick greifbarer und haben etwas mehr berührt. Die akustischen Instrumente wirkten etwas plastischer und hatten einen gewissen Glanz (Klirr?) der uns immer einen Tick mehr begeistert hat.

Welchen nun kaufen? Toll Musik gehört haben wir mit allen dreien. Der Topping ist natürlich der Sieger in Sachen Preis/Leistung – zumal man hier eventuell noch mit unterschiedlichen Filtereinstellungen etwas spielen kann. Der kleine La Voce bietet für mich in der vorliegenden S2 Version, die sich derzeit für etwas unter 2000€ im Abverkauf befindet, eine Portion mehr Klang/Emotionalität die man für den Aufpreis definitiv noch mal erleben sollte um seine eigene Entscheidung treffen zu können. Mit dem La Voce kann man meiner Meinung nach sehr sehr glücklich werden. Der La Scala MKII optologic bietet einen Hauch mehr als der La Voce, sozusagen die Sahne auf dem Kuchen. Nüchtern betrachtet ist der Aufpreis in Relation zum von uns gehörten Unterschied schon ein ordentlicher Schluck aus der Pulle. Aber wenn wir das Thema HiFi nüchtern betrachten würden, wäre es sicherlich eh nicht zu dem hier beschriebenen Vergleich gekommen. 

Der La Scala MKII optologic ist für mich definitiv der klanglich beste DAC in der Runde gewesen. Nach der Session von heute bin ich geneigt ihn zu kaufen…

Zur Diskussion rund um aqua im Paul’s-Reference Forum

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